Madiswil – Pieterlen 11:11 (4:5)
Pieterlen war nach der ersten Runde mit sechs Punkten gleich auf wie wir und wir teilten uns die Tabellenspitze. Unser Aufeinandertreffen war somit sozusagen ein frühzeitiges Spitzenduell. Das Spiel gegen die Seeländer war für uns eine Herkulesaufgabe, denn sie sind wegen ihres vielfältig starken, routinierten und sich-untereinander-blind-verstehendenden Kaders ein absoluter Topfavorit auf den Titel der diesjährigen Saison.

Wir starteten mit dem, was wir konnten: abgeklärtes und sicheres Korbballspielen. Nach kurzer Zeit führten wir mit 2:0. Es schien als hätte unser Gegner ein wenig den Start verschlafen. Doch etwas darf man bei Pieterlen nie machen: nachlassen. Denn als auch sie ins Spiel fanden, konnten sie die entsprechenden Antworten – defensiv wie auch offensiv – geben. Aus dem anfänglichen 2:0 wurde schnell ein 2:4. Vier Körbe in Serie zu erhalten tat natürlich weh, keine Frage. Den Kopf hängen zu lassen, war aber keine Option für uns und wir verbissen uns ins Spiel, suchten unsere Stärken und fanden schnell wieder Anschluss. Zur Halbzeit stand es 4:5. „Nur“ fünf Körbe von der stärksten Offensive der Liga zu erhalten, stimmte uns zuversichtlich. Unsere Verteidigung war durchaus sehenswert. Was nun noch fehlte, war, dass unsere Angriffe (noch) erfolgreicher abgeschlossen werden konnten.

In der zweiten Halbzeit verlief das Spiel aber wie bisher: Pieterlen spielte souverän seine Stärken aus und wir rannten einem Rückstand hinterher. Es wurde zu einem sehr intensiven, jedoch fairen Spiel. Beide Mannschaften pushten sich vorwärts und man merkte, dass weder wir noch unser Gegner bereit waren Abstriche zu machen. Pieterlen schien beim Stand von 5:8 das Spiel schon fast für sich entschieden zu haben. Mit einer fantastischen Aufholjagd und bedingungslosen Einsatz schafften wir es aber zum 9:9 wieder auszugleichen. Gegen die Seeländer einen „Drei-Körbe-Rückstand“ aufzuholen, ist schon fast unmöglich. Angetrieben von diesem spielinternen Minierfolg preschten  wir uns vorwärts und konnten mit im Angriff wie auch in der Verteidigung mithalten. Sekunden vor Schluss und beim Stand von 11:11 erhielt unser Gegner einen Penalty zugesprochen. Schlusspfiff. Wir verliessen das Feld mit dem Wissen, dass der zugesprochene Penalty seinen Weg ins Ziel finden und somit das Spiel für uns verloren gehen wird. Zu unserem riesigen Glück und zum Leidwesen unseres Gegners fand der Penalty seinen Weg in den Korb nicht. Nicht ganz unverdient und mit einer riesen Portion Glück zum Schluss konnten wir tatsächlich einen Punkt gegen den Goldfavoriten abgewinnen. Ein absolut fantastischer Erfolg für unsere Mannschaft.

Neuenkirch – Madiswil 9:12 (5:4)
Das letzte Mal als wir in einer offiziellen Meisterschaft auf die Luzerner trafen, verloren wir im wohl korbreichsten Cup-Finale aller Zeiten (28:21 zugunsten von Neuenkirch). Auf die Sommersaison hin verzeichneten sie aber einen nicht unwesentlichen Abgang. Mit einem Unentschieden und dem taktischen Spielplan starteten wir ins Spiel und kamen ordentlich auf die Welt. Innert weniger Minuten wurden wir überlaufen und wir standen vor einem 4:0. Nach dem spielstarken Spiel gegen Pieterlen wurden wir wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Ernüchterung machte sich breit. Anstatt in Verzweiflung auszubrechen, reagierten wir aber mit einem souveränen Spiel und suchten unseren Weg zurück ins Spiel – und das mit Erfolg. Zur Halbzeit schafften wir es tatsächlich auf einen Korb an heranzukommen. Schon fast beflügelt von dieser Leistung setzten wir noch einen drauf und übernahmen mit 5:6 zum ersten Mal die Führung. Wir waren nun in der Lage in der Verteidigung unser bestes Korbball zu zeigen und die Monsterwaffe von Neuenkirch mehrheitlich zu neutralisieren. Und sogar noch mehr: Angespornt durch unsere Verteidigung lief es auch beim Abschluss besser. Zwischenzeitlich lagen wir mit 6:10 vorne. Unsere anfängliche Ratlosigkeit war verflogen und das Momentum war auf unserer Seite. Wir liessen dann auch nichts mehr anbrennen und brachten das Spiel tatsächlich mit 9:12 nach Hause. Unfassbar. Unser Tagesziel hatten wir damit bereits mehr als übertroffen. Mehr als nur stolz eine so starke Mannschaft besiegt zu haben, verliessen wir das Spielfeld.

Bachs – Madiswil 12:13 (4:5)
Bachs ist seit ihrem Aufstieg in die NLA eine der wohl unangenehmsten Mannschaften, die es gibt. Sie sind auf jeder Position mehr als nur stark vertreten (defensiv wie auch offensiv) und sind mit Pieterlen diskussionslos die beste Konterspielmannschaft. Unsere Kraftreserven waren nach den zwei Hammerspielen gegen Pieterlen und Neuenkirch schon ordentlich angeschlagen. In der letzten Partie gegen eine konterstarke Mannschaft wie Bachs zu spielen, machte das nicht gerade besser. Mit bereits drei Punkten aus den zwei vorangehenden  Spielen hatten wir in diesem Spiel aber schon fast nichts mehr zu verlieren. Befreit von Druck und immer noch geladen von der positiven Energie gingen wir die Partie an – mit einer taktischen Vorgabe, die (sagen wir mal) „gewagt“ und „mutig“ war und uns gleichzeitig ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte.

Dass beide Mannschaften bereits 80 Minuten in den Beinen hatten, merkte man relativ schnell, denn auf beiden Seiten agierte man zu Beginn langsam, aber entschlossen. Wir konnten mit zwei Körben in Vorsprung gehen, welche unser Gegner anschliessend wieder aufholen konnte, was wir wiederum mit drei weiteren Körben in Serie konterten, was Bachs wiederum fast egalisierte. So stand es zur Halbzeit 4:5 zu unseren Gunsten. Mit dem taktischen Spielplan konnten wir meist die starke Offensive von Bachs neutralisieren. Obwohl das Spiel nie wirklich attraktive Fahrt aufnahm, entwickelte es sich doch zu einem spannenden Thriller. Jeden Treffer, den wir verbuchen konnten, egalisierten die Zürcher wieder. Als noch etwa eine Minute zu spielen war und der Spielstand 11:11 hiess, reüssierten wir und konnten mit 12:11 in Führung gehen. Wir fühlten uns schon fast wie die sicheren Gewinner als dann der Bachser Angriff rund 20 Sekunden vor Schluss nicht unverdient erfolgreich war. Unentschieden. Wir warfen in den letzten Sekunden des Spiels noch einmal alles nach vorne und ein Distanzschuss aus rund 7 Metern, kurz vor der Schlusssirene, fand sein Ziel in den gegnerischen Korb. Sekunden später kam der Schlusspfiff. Sieg. Was für ein dramatisches Ende – mit dem besseren Ausgang für uns. Schlussresultat 12:13 für Madiswil.

Die Euphorie über diesen Spielausgang brach aus und es gab kein Halten mehr. Ein weiterer Sieg gegen einen Medaillenanwärter war Tatsache. Unglaubliche 5 Punkte konnten wir aus der heutigen Runde mit nach Hause nehmen. In unseren kühnsten Träumen haben wir nicht eine so grosse Ausbeute erwartet. Unser Tagesziel haben wir damit bei Weitem übertroffen.

 

Die Teamleistung, die unser noch junges Team heute gezeigt hat, war inspirierend, vorbildlich und  leidenschaftlich. Während allen drei Spielen konnten wir unser bisher bestes Korbball zeigen. Natürlich war auch eine gute Portion Glück dabei, aber auch das Glück kann man bis zu einem gewissen Grad erzwingen.

Nun gilt es aber, dass wir uns regenerieren, nicht überheblich werden, kühlen Kopf bewahren, weiter hart an uns arbeiten und uns auf die nächste Runde und die kommenden  Gegner einstellen. Es sind erst zwei von sechs Runden gespielt und die Saison hat eigentlich erst begonnen. Gewonnen haben wir noch nichts, aber wir sind definitiv hungrig auf mehr.