Altnau-Kreuzlingen – Madiswil 8:10 (5:5)

Rechnerisch war zu diesem Zeitpunkt die Bronzemedaille noch möglich - realistisch gesehen aber eher weniger, denn es hätte an diesem Tag alles für uns respektive gegen unsere Gegner laufen müssen.
In der Vorrunde holten wir gegen die Bodenseetruppe ein Unentschieden heraus – die einzigen Punkte aus der Vorrunde gegen einen „vor-uns-Platzierten“. Für unseren Gegner ging es zu diesem Zeitpunkt aber noch um viel mehr, denn sie waren nach wie vor im Rennen für eine Medaille. Einfacher als in der Vorrunde würde es also sicher nicht werden.

Mit dem ersten Korb der Partie gingen wir in Führung – es sollte die letzte Führung für eine sehr lange Zeit sein, denn Altnau-Kreuzlingen vermochte gleich danach den Ausgleich zu erzielen und darauffolgend auch den Führungstreffer. Der Ball lief wieder einmal gut durch die eigenen Reihen, aber im Abschluss blieben wir mehrheitlich erfolglos und/oder ungefährlich. Wir büssten für unsere Ineffizienz und lagen bald mit 5:2 zurück. Unser Gegner liess dann ein wenig nach und wir hatten mehr Raum, kombinierten schöner und konnten folglich besser abschliessen – mit Erfolg. Wir waren in der Lage bis zur Pause die drei Körbe Rückstand auszugleichen und gingen mit einem 5:5 in die Pause.
Nach Wiederanpfiff verlief das Spiel jedoch wieder wie zu Beginn der Partie: Altnau-Kreuzlingen legte vor und wir rannten erneut einem Rückstand nach. Bis zum 8:8, denn da konnten wir die erneute Führung des Spiels mit 8:9 übernehmen. Die Uhr beim Speakerwagen zeigte auch nicht mehr allzu viel Zeit an. Es galt nun diesen Vorsprung mindestens zu verwalten, was uns tatsächlich auch gelang. Mit dem vorentscheidenden 8:10 zu unseren Gunsten in der letzten Minute schlugen wir den Nagel ein und brachten den ersten Sieg der Saison gegen ein Team zustande, das in der Tabelle vor uns lag.
Es war über die Saison hinweg gesehen sicherlich phasenweise eines unseren besseren Spiele. Obwohl wir mehrheitlich in Rücklage waren, kombinierten wir besser als auch schon und zeigten uns in der Offensive variantenreicher. Fünf Spieler teilten unter sich die zehn Körbe auf, die wir erzielten. Ein ganz ordentlicher und aufbauender Start in diese Schlussrunde.

 

Madiswil – Hochwald-Gempen 10:9 (6:2)

Der Aufsteiger dieser Saison hatte bisher einige Probleme hinsichtlich Punktejagd. Da sie im Abstiegskampf waren, ging es für sie um sicherlich mehr als für uns.
Die erste Halbzeit war durchaus sehenswert: offensiv wie auch defensiv. 1:0, 1:1, 2:1, 3:1, 4:1, 5:1, 6:1, 6:2, Halbzeit. Mit diesem respektablen Polster schlossen wir die ersten 20 Minuten ab. Was wir dann zeigten war schlichtweg nur noch schwach. Wir fielen in der Defensive vollkommen auseinander, weil wir zu viel wollten und unser System verliessen. Unser Gegner vermochte dies eiskalt auszunutzen und startete seine Aufholjagd. Beim Stand von 8:2 kippte, wie angesprochen, die Partie. Der Verlauf liest sich als Madiswiler katastrophal und schmerzhaft: 8:3, 8:4, 9:4, 9:5, 9:6, 10:6, 10:7, 10:8, 10:9. Mit einem sehr blauen Auge konnten wir den Sieg noch äusserst knapp ins Trockene bringen. Wäre die Partie ein paar Minuten länger gegangen, hätten wir sie mit Sicherheit (und das nicht zu Unrecht) verloren. Der Schlusspfiff erlöste uns dann. Obwohl wir gewonnen hatten, waren wir natürlich nicht zufrieden mit dieser miserablen Leistung. Gegen unseren nächsten Gegner würde eine solch desaströse Leistung nicht mehr genügen. Grindel besiegte an diesem Tag schon den Silbermedaillenanwärter aus Bachs – eine mehr als grosse Überraschung dieses Tages.

 

Madiswil – Grindel 10:9 (6:4)

Grindel, die ihren Kopf gerade noch so aus der Schlinge gezogen hatten und sich den Ligaerhalt sicherten, holten sich einiges an Selbstvertrauen zurück.
Wie in den anderen zwei Spielen auch schon konnten wir den ersten Korb der Partie erzielen. Die Solothurner, die körperlich den meisten Teams unterlegen sind, machen dies mit ihrer Hartnäckigkeit wieder wett. Und so präsentierten sie sich auch einmal mehr in dieser Partie. Das letzte Spiel dieser Saison war sicherlich kein Gaumenschmaus für Liebhaber des Korbballs, aber es war eine Partie, die definitiv noch über den Willenskampf ging. Keine der beiden Mannschaften vermochte vollends zu überzeugen und es blieb die ganzen 40 Minuten spannend und offen, wer am Schluss als Sieger vom Feld laufen würde. 6:4 zur Halbzeit und 10:9 zum Schluss untermauern dies.
Das letzte Saisonspiel ging also ebenfalls mit einem Sieg an uns und wir schlossen die Schlussrunde mit versöhnlichen 6 Punkten ab. „6 Punkte“ liest sich zwar schön, aber 2 von 3 Spielen waren alles andere als lobenswert. Nichtsdestotrotz waren wir stolz nun doch, dass wir doch noch eine Runde mit der maximalen Punkteausbeute schaffen konnten.

 

Fazit:

2018 war eine sehr schwierige Saison, die von Stolz, Hochmut, Frustration, Zuversicht und Kampf geprägt war. Der Vierte Schlussrang, punktegleich mit dem Drittplatzierten, schmeichelt sicher unserer Leistung. Eine Medaille wäre definitiv zu viel des Guten gewesen. Wir schlossen die Saison dort ab, wo wir hin gehörten: in der Nähe des Podests, aber verdientermassen nicht darauf.

Gold geht dieses Jahr wieder an unseren Kantonsrivalen aus Pieterlen, die sich als konstanteste Mannschaft dieser Saison präsentieren konnten. Die erste Mannschaft und der ganze Turnverein Madiswil gratuliert dem neuen Schweizermeister recht herzlich!

Rückwirkend betrachtet waren wir unserer Sache nach dem letztjährigen Gewinn des Titels zu sicher und hatten das Gefühl, dass es ein Selbstläufer werden würde. Wir fielen diverse Male hin und mussten lernen wieder aufzustehen und weiterhin an uns zu glauben. Dass wir Korbball spielen können, blitzte immer wieder phasenweise auf – doch für unsere Ansprüche leider zu wenig. Wir verfehlten das Ziel „Medaille“ zu Recht und müssen uns nun neu für die nächste Saison ordnen und den Tritt wieder finden. Das wird sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber durchaus machbar ist. Was die nächste Saison bringt, steht noch in den Sternen. Es wird ein spezielles nächstes Jahr, denn neben der regulären Saison findet ebenfalls noch das ETF statt. Das eidgenössische Turnfest wird von vielen noch fast höher eingestuft als die NLA-Saison, da es nur alle paar Jahre stattfindet. Dieses Highlight des nächsten Jahres sollte jeden von uns anspornen sich noch einmal zu verbessern, für das Team zu kämpfen und an sich zu glauben. Gehen wirs an!