Pieterlen – Madiswil 8:7 (3:3)

Das Berner-Derby hat sich mit den Jahren zu einem stetig hochklassigen und meist spannenden Klassiker entwickelt. Die Seeländer sind amtierender Schweizermeister und auch dieses Jahr Kronfavorit auf den Titel der NLA. Dass wir bereits im Eröffnungsspiel gegen sie antreten durften, war uns bisher noch nie vergönnt gewesen. Entsprechend richteten  wir unser Augenmerk in der Vorbereitung hauptsächlich auf diesen Gegner.

Da der Rasen vorgängig durch einige Regenfälle getränkt wurde und er allgemein in keinem sonderlich spielfreundlichen Zustand war, wurde beidseitig auf Sicherheit gespielt. Zu gross war die Gefahr den Ball unnötig zu verlieren. Der erste Treffer des Spiels fiel zu unseren Gunsten und wir konnten im ersten Spiel der Saison in Führung gehen. Von Qualität und attraktivem Korbball war aber nur selten etwas zu sehen: Der nasse Ball und die kalten Finger limitierten die Angriffswellen beidseitig. So stand es zur Halbzeit gerade mal 3:3. Sollten wir nun stolz auf uns zu sein, dass wir gegen unseren Kantonsrivalen nur 3 Körbe zu gelassen haben oder enttäuscht sein, weil wir uns selber nur 3 Treffer gutschreiben konnten?

Nach der Halbzeit konnte sich nach wie vor kein Team klar absetzen: Legte Pieterlen vor, konnten wir den Anschluss stets wieder finden. Leider gelang es uns nicht mehr einen Führungstreffer zu erzielen und waren folglich stets im Hintertreffen. Zum Schluss stand es dann 8:7 für unseren Gegner. Eine interessante Statistik ist, dass Pieterlen 3 Penaltys nicht verwerten konnte. Alles in allem forderten wir dem amtierenden Schweizermeister sicherlich einiges ab – waren im Endeffekt aber trotzdem zu wenig effektiv und kaltblütig. Obwohl die Niederlage schmerzte, konnten wir doch einige positive Schlüsse aus diesem Spiel ziehen, da wir doch mit einigen personellen und spielerischen Veränderungen in diese Saison zogen.

 

Menznau – Madiswil  5:5 (4:3)

Trotz der Startniederlage gingen wir gewillt in diese Partie. Menznau mit seinem „Ball-stecken-Spiel“ ist nicht sonderlich spektakulär, aber effizient. Ihr mehr als geduldiges Spiel brachte uns schon oft arg in Bedrängnis. Zusätzlich kam dazu, dass ihr lange verletzter Topspieler wieder genügend genesen war um ins Nationalligageschehen einzugreifen.

Wie im Spiel zuvor gingen wir mit dem ersten Treffer der Partie in Führung. Und wie auch im vorherigen Spiel befanden wir uns bald mit 3:1 in Rücklage. Es war ein mehr als schwaches Spiel – beidseitig. Mit dem Pausenpfiff stand es 4:3 gegen uns. Wir waren in der Offensive weitgehend ungefährlich, ohne jeglichen Spielwitz und Kreativität war uns ein Fremdwort. Konnten wir dann zumindest doch mal auf den Korb werfen, fand der Ball nicht den Weg in den Ring. Es war regelrecht zum Verzweifeln. In der zweiten Halbzeit  fielen mickrige 3 Körbe. Am Ende dieses schwachen Spiels resultierte immerhin ein Unentschieden, mit welchem wir uns eigentlich glücklich schätzen konnten. Dass wir den ersten Punkt einfahren konnten, war nach einer solch desolaten Leistung aber nur Nebensache. Zufrieden durften wir definitiv nicht sein.

 

Madiswil – Grindel 4:6 (3:5)

Da unsere bisherigen Bemühungen noch keine Früchte trugen, wollten wir mit einem taktischen Akzent neue Impulse setzen. Diese blieben aber aus. Im Gegenteil. Wir wurden resultattechnisch regelrecht überrollt. Mit 0:5 lagen wir bald zurück, wovon 3 Penaltys gewesen waren. Die Defensive, welche uns bisher noch Sicherheit gab, brach komplett zusammen und wir standen komplett im Schilf. Was für eine ultradesaströse Startphase. Nicht nur, dass wir unter eigenem Korb versagten – wir taten dies auch noch im Angriff und vermochten so nicht zu reüssieren. Den Kopf nicht hängen zu lassen und das Spiel im Kopf vorzeitig aufzugeben, war nicht leicht. Als wir dann endlich den ersten Treffer erzielen konnten, wirkte dies schon fast wie ein kleines Wunder. Wir rissen uns zusammen und versuchten Selbstvertrauen zu tanken. Das Credo war: step by step. Und diese steps kamen auch – in Form von Treffern. Wir tasteten uns langsam aber sicher wieder heran und konnten bis zum Halbzeitpfiff zumindest 3 Treffer verbuchen. Bei Wiederaufnahme des Spiels reüssierten wir wieder und waren wieder mit 4:5 an unserem Gegner dran. Doch dann folgte der Totalausfall. In den ganzendarauffolgenden 20 Minuten gelang uns ein einziger Treffer – wie auch unserem Gegner. Katastrophal. Nebst den etlichen vergebenen Chancen während des Spiels verwarfen wir sage und schreibe 5 Penaltys. Dass wir eine so miese Leistung ablieferten tat weh. Wir hatten ein paar wenige starke Minuten – versagten aber mehrheitlich auf ganzer Länge. Wir verloren das Spiel mit 4:6.

 

Fazit:

Die erste Runde der diesjährigen NLA-Saison startete mit einer resultattechnischen Ohrfeige. Lediglich einen Punkt konnten wir mit nach Hause nehmen. Wenn man nur einen Punkt in drei Spielen holt, weiss man, dass man als Kollektiv zu wenig richtig gemacht hat.

Dennoch können wir das eine oder andere Positive mitnehmen: Defensiv standen wir grundsätzlich nicht schlecht, die Moral stimmte und trotz Widrigkeiten gaben wir uns nie auf. Es sind einige zuversichtliche Mosaiksteine vorhanden. Es gilt nun diese neu anzuordnen und die nächste Runde in Angriff zu nehmen. Ziel ist es ganz klar, dass das Gesamtbild nach der zweiten Runde erfreulicher aussieht.

Die Runde wurde gespielt und alle 10 Mannschaften der NLA mussten unter den gleichen Bedingungen spielen. Manche haben dies besser gemacht, andere weniger.

Als Randnotiz ist hierbei noch zu vermerken, dass die Runde nicht durchgeführt hätte werden dürfen. Diese Meinung teilten auch andere Spieler aus anderen Mannschaften. Der Rasen in Roggwil wurde vor Spielaufnahme so stark verregnet, dass sich ein regelrechter Sumpf unter den Körben entwickelte. Bereits nach den ersten Spielen sah man keinen Rasen mehr sondern nur noch braune Flächen. Der weisse Ball war braun oder war nass mit einigen Rasenhalmen daran. Dass sich das Wetter den Tag hindurch einen Spass damit machte, dass es mal fast aus Kübeln schüttete, sich dann für eine kurze Zeit die Sonne zeigte und es zeitweise sogar fast hagelte, war in keinster Art und Weise nationalligawürdig. Im Gegenteil: Die Bedingungen waren wetter- und bodenmässig absolut korbballfeindlich. Dazu ein paar Zahlen, die das belegen: in der ersten Runde NLA 2017 wurden total 271 Körbe erzielt, was rund 18 Körben pro Spiel entspricht. Ein Jahr darauf waren es total 293 Körbe resp. rund 19.5 Körbe pro Spiel. In diesem Jahr waren es nur 200 Körbe und im Durchschnitt rund 13 Körbe. In 4 von 15 Spielen wurden zweistellig Körbe erzielt – im 2017 war das in 12 von 15 Spielen der Fall, im 2018 in 10 von 15 Spielen. Dass eine Schlussrunde, bei welcher sich der organisatorische Aufwand in anderen Sphären befindet, durchgezogen würde, wäre nachvollziehbar.  Doch wofür halten wir uns alle die Reservedaten frei, wenn man diese Option nicht wahrnimmt? Dies als kleiner Gedankenanstoss für die Zukunft…