Madiswil – Büsingen 11:14 (5:5)
Im ersten Spiel des Tages war unser Ziel klar: Wir wollten Büsingen auf ihrem Weg zur Medaille ordentlich Steine in den Weg legen. Und das gelang uns über weite Strecken hervorragend! Mit starker Körperspannung fischten wir ihre Anspiele ab und setzten die „hohen Türme“ ordentlich unter Druck. Ein zwischenzeitlicher 3-Korb-Rückstand schockte uns keineswegs. Noch vor dem Pausentee holten wir wieder auf und gingen mit einem völlig verdienten 5:5-Unentschieden in die virtuelle Kabine.
Büsingen agierte zwar spürbar phlegmatisch und wenig kreativ: Anspiel auf den Center in der Mitte, der entweder im Alleingang den Korb sucht oder auf den heranbrausenden Mitspieler ablegt. Eigentlich extrem durchschaubar, in der Praxis aber dennoch sauschwer zu verteidigen. Wir hielten bravourös dagegen, bis der Unparteiische gegen Ende des Spiels gefühlt am Fliessband Penalties gegen uns pfiff. Büsingen nutzte das eiskalt, setzte sich ab und gewann mit 14:11. Ein wirklich starker Auftritt unserer Truppe, bei dem wir dem Tabellenzweiten lange die Stirn geboten haben!
Madiswil – Oberaach 13:14 (4:8)
Gegen Oberaach, die um das nackte Überleben und gegen den Abstieg kämpften, verschliefen wir den Start komplett. Man spürte es den Thurgauern in jeder Faser an: Es gibt Tage, an denen man absteigt – aber HEUTE ganz sicher nicht! Wir hingegen waren mental wohl noch irgendwo an der Raststätte. 6,5 Minuten ohne eigenen Korb, schwache Körperspannung und null Glück beim Abschluss: Ruckzuck lagen wir mit 1:7 hinten. Wir wurden ohne Vorwarnung überfahren. Zur Pause konnten wir dank ein paar Wechseln zumindest auf 4:8 verkürzen.
In der Pause die Ansage: Gute Teams fangen sich, so wollen wir nicht weiterspielen. Und wir SIND ein gutes Team! Schritt für Schritt, Korb für Korb schmolz die Hypothek dahin. Wir bissen uns rein, trafen aus schier unmöglichen Distanzen und schafften tatsächlich den 11:11-Ausgleich! Was für ein Comeback! Doch Oberaach legte immer wieder vor. Kurz vor Schluss zogen sie auf 12:14 davon. Wir verkürzten auf 13:14 und erzwangen kurz vor Ende eine Verwarnung – was uns nach dem neuen Regelwerk noch genau 1 Minute Zeit einbrachte.
Auf dem Feld wurde rasch ein kinoreifer Plan geschmiedet: Schneller Wurf, Ausgleich, Ball nochmals erobern, Siegtreffer versenken. Klingt nach einem epischen Hollywood-Blockbuster, war in der Praxis aber leider nur eine schlechte Idee. Der Wurf verfehlte das Ziel, Oberaach sicherte sich das Leder und spielte die Minute herunter, ohne ins Zeitspiel zu geraten (wo Theorie und Praxis in den Schiedsrichterauslegungen mal wieder meilenweit auseinanderklappten). Verloren mit einem Korb! Aber seien wir ehrlich: Die Partie haben wir nicht in der letzten Minute verloren, sondern in den ersten Spielminuten, in denen die Einstellung schlicht gefehlt hat.
Madiswil - Nunningen 13:17 (5:6)
In die allerletzte Partie der Saison gegen den aufmüpfigen Aufsteiger Nunningen gingen wir mit dem festen Vorsatz, nicht ohne Punkte nach Hause zu reisen. Zwei Null-Punkte-Runden in einer Saison? Das ist bei Madiswil eigentlich so selten wie Schnee im Hochsommer. Es entwickelte sich ein hochgradig respektvolles Spiel auf Augenhöhe. Nunningens schnelle Flügelläufer machten es sich wie gewohnt auf der Strafraumgrenze gemütlich und ballerten ihre Sprungwürfe rein. Zur Pause lagen wir hauchdünn mit 5:6 hinten.
Nach dem Seitenwechsel machte der Aufsteiger ernst. Die Medaille vor Augen und den Atem des Nachbarn aus Grindel im Nacken, spielten die Nunninger wie aufgedreht. Uns fehlte in dieser Phase schlichtweg der Mut, die Energie und die nötige Körperspannung, um noch einmal eine Wende herbeizuführen. Nunningen zog auf 2-3 Körbe davon und brachte den verdienten 17:13-Sieg locker über die Ziellinie.
Das Saisonfazit: Schmeichelhafter Platz 5 und ein voller Hausaufgabenheft-Ordner
Am Ende der Meisterschaft steht für uns Rang 5 mit 14 Punkten auf der Habenseite. 10 Punkte aus der Hinrunde, nur mickrige 4 Punkte aus der Rückrunde und gleich zwei komplette Null-Punkte-Runden. Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind: Dieser 5. Rang ist extrem schmeichelhaft. Es fühlt sich unterm Strich eher nach Rang 8 an.
Verstehen kann man es ja irgendwo: Wenn man zur letzten Runde anreist und weiss, dass nach oben zu den Medaillen nichts mehr geht und nach unten der Abstiegskampf weit weg ist, fällt das Setzen der letzten Prozentpunkte extrem schwer. Aber genau das ist unsere grösste Baustelle: Wir müssen lernen, auch dann die mentale Stärke abzurufen und zu punkten, wenn es scheinbar „um nichts mehr geht“.
Neben dieser mentalen Schlaffheit haben wir aber weiterhin unschlagbare Stärken: Unser Teamgeist ist unerschütterlich, der Zusammenhalt gigantisch und die Freude, gemeinsam auf und neben dem Platz Quatsch zu machen, unvergleichlich. Wenn wir es in der Vorbereitung auf die neue Saison schaffen, diese Stärken wieder konstant abzurufen und unsere PS auf den Rasen zu bringen, wird Madiswil nächstes Jahr wieder der gewohnt unangenehme Gegner sein. Für dieses Jahr haken wir die Saison ab, streichen die PS-Splitter ein und nehmen den schmeichelhaften 5. Platz an.
Danke an alle treuen Fans, die uns durch diese Achterbahn-Saison begleitet haben! Wir gehen jetzt die Beine hochlagern, Hausaufgaben machen und die Akkus aufladen.
À bientôt – wir kommen wieder!

